In den kurzen Lieben am Rand
findest du da, findest du hier,
da mal vulgär, mal elegant,
mal katzenweich, dann ganze Gier,
Alles was, wenn auch verrückt,
die große Liebe hat, die...
uns erhebt oder erdrückt:
Die gleiche Zeremonie
In den kleinen Lieben am Rand,
und in der großen Leidenschaft,
mal ziemlich lau, dann fast verbrannt,
mal hochgestimmt, dann abgechlafft.
Küsse auf Mund und Kehle und Brust-
alles in Wiederkehr,
Seufzen, Stöhnen, Schreie vor Lust-
und die Tristesse hinterher.
Und das Schmollen, die Launen , der Krach,
Versöhnen, Umarmen, der Schwur.
Das Ganze noch mal von vorn. Und Ach,
es riecht ja die Liebe nicht nur
nach Tang, nach Fisch und nach Teer
wie in den Zimmern am Hafen, wo
man die Zeit, manchmal noch mehr
zahlen muss -so oder so..
Mal ist man eins, ineinander versenkt,
doch an die Decke starrt jeder für sich.
Und dann gefragt, woran man denkt,
lügt man und sagt "Ich denk an Dich"
Beinahe glücklich, einmal am Tag,
das ist schon viel -doch ohnedies-
ist der Liebe Lohn und Ertrag
keinesfalls das Paradies.
Nichts hält die Zeit jemals auf,
alle Liebe gibt keine Ruh.
Wie mans auch treibt, das ist der Lauf,
auch in den Liebeleien find'st du
alles was, wenn auch verrückt,
die große Liebe hat die,
uns erhebt, oder erdrückt:
Die gleiche Melodie....
(Franz-Josef Degenhardt)
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